Monday, June 25, 2007

The Red Centre

Das isser er! Der rote Felsen, aeh Monolith, im Herzen Australiens.
Haettet ihr ihn von oben erkannt? Sieht ein wenig anders aus, oder? Und vor allem ist er ja gar nicht oval und hat auch ueberall Auswuechse. Die "bekannten" Fotos seht ihr weiter unten. Jetzt aber erst zu meinem 5 Tage und 4 (frierende) Naechte Trip.

Los ging's letzte Woche Montag. Mit dem Flieger von Melbourne nach Yulara. Yulara ist ein winziger Ort - und auch der einzige weit und breit - beim Uluru (Ayers Rock). Der Ort besteht eigentlich nur aus einigen Hotels und Hostels, einer Tankstelle, einem Town Centre (Supermarkt, Post, Restaurant, Takeaway und Souvenirlaeden), einer Polizei- und Feuerwehrwache und den einzigen nicht-fliegenden Royal Flying Doctors. Das weitaus bekanntere Alice Springs ist noch 460 km entfernt.

In Yulara wurden wir (Eva, Mareike und ich) von unserem Van aufgegabelt. Kurzer Stopp beim spaeteren Nachtlager und erstmal in den Kata Tjuta National Park. Darin steht/liegt/existiert der Uluru. Eine Wanderung drumherum musste sein. Es ist schon beeindruckend vor diesem Felsen zu stehen. Der bietet sich in der Landschaft auch hervorragend als Treffpunkt. Falls man sich warum auch immer mal verlieren sollte, treffen am Uluru. Ist nicht zu verfehlen, weil einfach mal alles drumherum sehr flach ist. Und die Farbe ist auch genial. Wirklich rot. Und auch der Sand ueberall ist einfach nur rot!


Spaeter sind wir noch zum allgemeinen Touri Treffpunkt gefahren. Von da machen alle ihre Fotos. Wir auch. Und zum Wohlfuehlen hat unser Guide Vicky dann noch drei Flaschen Sekt und Kraecker mit Dip fuer uns 11 Abenteurer hervorgezaubert. Die Gruppe bestand uebrigens aus zwei Schweizerinnen, einem Paar aus Kanada, zwei Englaenderinnen, einem Maedel aus Arizona, einem anderen Maedel aus ich-weiss-nichtmehr-woher und uns drei Deutschen.





Nach Sonnenuntergang war es dann auch mal richtig duster. An unserem Nachtlager haben wir Feuer gemacht und das Essen wurde im Topf auf dem Feuer bzw. den Kohlen gekocht. Nudeln mit Tomatensosse und Gemuese und Parmesan drueber gestreut. Und noch ein bisl Knobi-Brot. War sehr lecker!










Der weitere Abend bestand aus ums Feuer drumherum sitzen. Woanders haette auch keiner von uns sein wollen, denn das war der einzig warme Ort weit und breit. Vielleicht sollte ich noch erwaehnen, dass Klo und Duschen 10 Gehminuten entfernt sind und das einzige Dach eine Art Carport war unter dem der lange Tisch mit Baenken Platz haben. Nach etwas geistiger Vorbereitung ging's dann Richtung Toiletten. Bettfertig mit mehreren Schichten Klamotten bin ich dann in meinen Schlafsack gekrabbelt. Der Schlafsack war noch in einem Swag. Das ist so eine Art Ueber-Schlafsack, nur extrem schwer und mit einer duennen Matratze drin und einem genauso duennen Kissen. Ich war wirklich nicht sicher, ob das als Kaelteschutz reicht. Wir hatten maximal 1 Grad Celsius!!!












Im Nachhinein war es wunderbar. Man konnte sich nur nicht richtig umdrehen, weil dieser Swag so schwer war und das generell in einem Schlafsack ja auch nicht so einfach ist. Richtig fies war eigentlich das Aufstehen am naechsten Morgen. Erstens war es ausserhalb der Schlafsack-Swag-Kombination unmenschlich kalt, zweitens ist 5h30 einfach zu frueh zum Aufstehen. Aber was tut man nicht alles fuer einen Sonnenaufgang...

Am Dienstag sind wir zuerst zu den Olgas gefahren. Das ist eine Gruppe von Bergen. Derjenige, der sie damals entdeckt hat, hat den einzigen Berg nach seiner Frau Olga benannt. Spaeter haben andere Entdecker dann festgestellt, dass es gar nicht nur ein Berg ist, sondern noch viel mehr. Aus Olga wurden die Olgas.

Inzwischen war es 8h morgens und unsere Wanderung durch die Olgas beginnt. Dick eingemummelt ging's los. Und wer (so wie ich) dachte, hier in Zentral-Australien ist nur rote Felswueste, der hat sich geirrt. Hier waechst so einiges. Baeumchen, Buesche und Grasbueschel so weit das Auge reicht.





































Nach dem Vormittagsmarsch durch die Olgas gings nochmal zum Uluru und nach den Mittags-Sandwiches fuhren wir quasi den Rest des Tages um in die Naehe vom Kings Canyon zu kommen. Der stand naemlich fuer den naechsten Tag auf dem Programm. Auf dem Weg dahin haben wir noch Feuerholz gesammelt und etwas spaeter standen ploetzlich einige Wildpferde auf der Strasse. Wilde Kamele haben wir uebrigens auch gesehen. Das ist noch viel merkwuerdiger, weil ich die hier gar nicht erwartet hab.











An unserem Nachtlager angekommen wurde wieder essen gekocht. Diesmal Huhn mit Reis und Sosse. Spaeter ums Feuer sitzen und in den Schlafsack krabbeln. Diesmal hatte ich leider keinen Mumienschlafsack. Ich hab trotzdem versucht mir einen zu machen. Als Konsequenz hatte ich am naechsten Morgen total verspannte Schultern und so warm wie der vorige war der Schlafsack auch nicht. Also war ein wenig frieren angesagt.








Mittwoch Morgen. Leider faengt es an zu nieseln. Beim Kings Canyon angekommen also wieder mal dick und vor allem regenfest einpacken. Ja, es waren wirklich 8 Grad Celsius. Und unser Guide ist in Shorts rumgelaufen!

An dieser Stelle hat meine Kamera dann leider den Geist aufgegeben. Eigentlich haette ich gesagt, es war ihr zu kalt. Aber Mareikes Kamera ist eine Woche frueher von derselben Krankheit befallen worden. Also wusste ich zu diesem Zeitpunkt schon, dass ich entweder eine neue Linse oder eine neue Kamera brauche. Schade. Die folgenden Kings Canyon Bilder wurden freundlicherweise von Eva bereitgestellt.


Mittwochabend kamen wir in Alice Springs an. Abends noch mit der Truppe zum Italiener und schlemmen. Die Nacht im Hostel war dann mal schoen warm, aber leider zu kurz. Eva, Mareike und ich mussten schon um viertel nach fuenf aufstehen, weil wir mit dem Bus zurueck nach Yulara mussten und der einzige Bus am Tag faehrt um 6h! Ein kleines Fruehstueckspaket hat uns den Start versuesst. Sieht aus wie Silvester-Knaller. Allerdings erklaerte der Busfahrer dann, dass die Heizung nicht richtig funktioniert. Also haben wir zwei Stunden lang im Bus gefroren. Nachdem einzigen Zwischenstopp an einer Huette - gab auch keinerlei Gruende zu stoppen, weil es einfach keine Haeuser oder dergleichen an der Strecke gibt - funktionierte die Heizung dann auf einmal.

In Yulara haben wir dann noch den Rest des Tages verbracht und auch den naechsten Morgen bis unser Flieger uns wieder nach Melbourne gebracht hat. Es war total klasse. Auch das campen unter freiem Himmel. Ich wuerde es auch nochmal machen, aber nicht nochmal, wenn Winter ist. Im Hochsommer stell ich es mir allerdings auch schrecklich vor.

Und hier noch ein Bilder vom Uluru:

Uluru am spaeten Nachmittag





































Uluru bei Sonnenuntergang










Und bei Sonnenaufgang







2 comments:

Anonymous said...

Hallo Ilka,
ist ja bestimmt super gewesen der mehrere-Tage-Trip. Das mit dem Übernachten bei fast 0° ist ja schon beim Lesen zum Frösteln. (Übrigens hatte Jelenas Reisebericht von Südamerika eine ähnliche Passage: es waren aber schon -15°!)
Gruß, Mama

Anonymous said...

Salut,

Klingt toll! Und mach Dich auf was gefasst: Hier waren es heute morgen doch auch immerhin fünf Grad. Na super!

Ich will Sommer!

Freue mich auf Eure Rückkehr!

Liebe Grüße
Jette